Deutsche Malerin, Graphikerin und Objektkünstlerin sowie Kunstsammlerin.
- Geboren: 17.9.1925 (Berlin)
- Gestorben: 26.7.2022 (Berlin)
Lebenslauf
Felicitas „Fee" Pallat war eine vielseitige Künstlerin – Malerin, Grafikerin, Objektkünstlerin, zugleich auch Autorin und leidenschaftliche Sammlerin. Sie lebte und arbeitete in Berlin und in San Casciano in der Toskana.
Geboren am 17. September 1925 in Berlin als Felicitas Ziesemer, entstammte sie einem filmhistorisch bedeutsamen Elternhaus. Ihr Vater war Edgar Ziesemer, ein Pionier der Filmkunst, Kameramann und Produzent im Berlin der 1920er Jahre. Ihre Schwester Ina Berneis wirkte als Fotografin in Hollywood und später in München; sie war verheiratet mit dem Autor und Schauspieler Peter Berneis, Sohn des Malers Benno Berneis, dessen Werke u.a. in der Berlinischen Galerie zu sehen sind.
Von 1945 bis 1949 studierte Fee Pallat an der Hochschule für bildende Künste in Berlin bei Max Kaus und Ernst Schumacher. In dieser Zeit entwickelte sie nicht nur ihre eigene künstlerische Sprache, sondern fand auch erste Freundschaften in der Kunstwelt, etwa mit dem Maler Ferry Ahrlé, der sie 1949 porträtierte.
1948 heiratete sie den Oberpostbeamten Rudolf Pallat; im selben Jahr wurde ihr Sohn Konstantin geboren. Anfang der 1950er Jahre bezog sie in der Seesener Straße in Berlin-Charlottenburg eine Wohnung – direkt neben dem Bildhauer Professor Günter Ohlwein. Diese Wohnung blieb ihr Lebensmittelpunkt für die nächsten sieben Jahrzehnte.
Trotz ihrer familiären Rolle als Hausfrau und Mutter begann in den 1950er Jahren ihre künstlerische Laufbahn. Erste große Arbeiten entstanden, es folgten Ausstellungen in Hamburg und Berlin. 1959 wurde sie Mitglied im Verein Berliner Künstlerinnen.
Die 1960er Jahre waren geprägt von intensiven Studienreisen nach Norwegen und Dänemark, teils gemeinsam mit Künstlerfreunden wie Heinrich Richter und Jochen Senger. Ihr Berliner Umfeld umfasste zahlreiche prägende Persönlichkeiten der Kunstszene jener Zeit, darunter Grety Wols, Georg von Kovats, Odi Kasper, Karl Oppermann, Klaus Fußmann, Werner Klett, Heinz Trökes, Ernst und Gesa Schröder sowie Michael Wewerka, mit dem sie später einen experimentellen Kurzfilm realisierte.
1970 begegnete sie dem Kunsthistoriker Werner Haftmann, mit dem sie eine langjährige und zugleich schwierige Beziehung verband. Viele gemeinsame Jahre verbrachten sie in ihrem Haus in San Casciano, wo zahlreiche Werke entstanden – nicht nur Bilder und Objekte, sondern auch Gedichte und Erzählungen.
Nach dem Ende dieser Beziehung im Jahr 1984 und der zeitgleichen Heirat Haftmanns mit der deutlich jüngeren Evelyn Gutbrod, wandte sich Fee Pallat zunehmend vom etablierten Kunstbetrieb ab. Kosmische Themen rückten in den Mittelpunkt ihres Schaffens und prägten fortan ihre Werke.
In den 1980er und 1990er Jahren stand sie in engem Austausch mit den „Neuen Wilden" in Berlin. Sie tauschte Werke u.a. mit P.R. Keil und Andreas Kaps und engagierte sich gleichzeitig für die Anerkennung der Naiven Kunst. Ihre Sammlung wurde in vielbeachteten Ausstellungen in Berlin und Dresden gezeigt.
Im hohen Alter folgte eine letzte, intensive Schaffensphase. Ihr Werk konzentrierte sich nun fast ausschließlich auf mythische und kosmische Motive.
Felicitas Pallat starb am 26. Juli 2022 im Alter von 96 Jahren in Berlin.
Ausstellungen
| 1949: | Junge Generation Berlin |
| 1952: | Hamburger Kunstrunde |
| 1955: | Kunstarchivarion Rolf Roeingh, Berlin, Einzelausstellung |
| 1964: | Große Berliner Kunstausstellung |
| 1968: | Galerie UBU, Karlsruhe, Einzelausstellung |
| 1969: | Galerie Gellhaus, Berlin, Einzelausstellung |
| 1970: | Galerie Boisseree, Köln |
| 1971: | Galerie Der Turm, Bad Godesberg, Einzelausstellung |
| 1971: | ART Basel (Galerie Herzog, Galerie Jean Petit) |
| 1972: | Consulat des Arts, La Garde Freinet, Einzelausstellung |
| 1972: | Galerie Herzog, Mannheim, Einzelausstellung |
| 1973: | Dr. Gunda Köppen, Einzelaustellung |
| 1974: | 1 Mai-Salon, Gruppenausstellung |
| 1976: | Galerie Kühling, Hamburg, Einzelausstellung |
| 1977: | Galerie Lietzow, Berlin, Einzelausstellung |
| 1979: | Neuer Berliner Kunstverein, Berlin |
| 1980: | Interni-Galerie, Einzelausstellung |
| 1981: | Arbeit an Collagen und Bildern in Italien (Toskana) |
| 1981: | Galerie Hartwig, Gruppenausstellung |
| 1982: | Kurzfilm "Begegnung im Tal" Galerie Bauscher, Potsdam |
| 1982: | Galerie Lange, Berlin |
| 1983: | Galerie in der Goldschmiede Berlin, Einzelausstellung |
| 1984: | Galerie Wewerka, Gruppenausstellung |
| 1984: | Galerie Ketterer, München, Einzelausstellung |
| 1989: | Galerie unterm Arm / Bauscher, Potsdam |
| 1992: | Galerie Bauscher, Potsdam |
| 1995: | Galerie Lange, Berlin |
| 1998: | Sammlung Pallat in der staatlichen Kunstsammlung Dresden |
| 2004: | Sammlung Pallat im Kunstforum Berliner Volksbank |